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PRESSEMITTEILUNG
"Quecksilber muss aus den Zahnfüllungen verschwinden", fordern die "Health and Green Groups von der WHO.
16. November 2009
[Genf, Schweiz, 16. November 2009] Heute wurde auf einer Experten-Konferenz über die zukünftige Verwendung von Zahnfüllungen ein Schreiben [1] vorgestellt, das von über 70 internationalen NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) unterschrieben wurde und das die World Health Organisation (WHO) dazu auffordert, einen Zeitplan aufzustellen, die Verwendung von Quecksilber in Zahnfüllungen so bald wie möglich auslaufen zu lassen.
“Wir fordern die WHO eindringlich dazu auf, die innovative Verwendung von quecksilberfreien Alternativen zu fördern und sich gleichzeitig das löbliche Ziel zu setzen, preiswerte Zahnfüllungen für alle Menschen auf der Welt einzuführen,” sagte Michael Bender vom Mercury Policy Project aus den USA. “Das ist ganz im Sinne der großen Anzahl von ähnlichen Initiativen auf der ganzen Welt, die sich für ein Verbot von Quecksilber in Produkten und in Verarbeitungstechniken einsetzen.”
In ihrem Brief betonen die Organisationen, dass Quecksilber aus Zahnfüllungen sich über große Strecken in der Atmosphäre verbreiten kann und dass die Kontaminationen durch dieses gefährliche Nervengift eine weltweite Bedrohung sowohl für die Gesundheit als auch für die Umwelt darstellen.
Sie betonen auch, dass es verschiedene Wege gibt, über die Quecksilber aus Zahnfüllungen willkürlich freigesetzt wird und nur teilweise kontrolliert werden kann (Zahnkliniken, Abwässer, Klärschlamm, Krematorien, Friedhöfe usw.)
“Uns allen ist klar, dass eine effektive weltweite Kontrolle dieser Freisetzungen von Quecksilber nicht nur unmöglich, sondern auch extrem teuer ist”, sagte Elena Lymberidi, Koordinatorin des European Environmental Bureau’s der Zero Mercury Campaign. “Deshalb ist es auf lange Sicht gesehen die kostengünstigere Lösung, dass quecksilberfreie Zahnfüllungen die Regel und nicht die Ausnahme bei Zahnbehandlungen darstellen.”
Die WHO hat vor kurzem anerkannt, dass sich die Regierungen der Welt darauf geeinigt haben, dass es notwendig ist, einen juristisch verbindlichen Vertrag abzuschließen, der die Reduzierung von Quecksilberexpositionen weltweit zum Gegenstand hat. Die WHO gab bekannt, dass mit dem heutigen Treffen beabsichtigt ist, Informationen über den zukünftigen Gebrauch von Biomaterialien bereitzustellen sowie die verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten in den reichen und ärmeren Ländern darzustellen [2].
“Es gibt immer mehr Beispiele, dass Quecksilber in Zahnfüllungen in den entwickelten Ländern bereits stark reduziert oder praktisch bereits abgeschafft wurde”, sagte Rico Euripidou von der Gruppe Friends of the Earth aus Südafrika. “Trotzdem verstehen wir die Probleme, die sich damit für Entwicklungsländer ergeben, wenn sie Quecksilber abschaffen wollen und wir erkennen, dass innovative und differenzierte Herangehensweise notwendig sein wird.”
Weitere Informationen:
Michael Bender, Direktor des Mercury Policy Project, Mitbegründer der Zero Mercury Working Group: mercurypolicy@aol.com, Tel: +1 802 223 9000, Mobil: +1 802.917.4579, www.mercurypolicy.org
Elena Lymberidi-Settimo, Koordinatorin des EEB Zero Mercury Project, Mitbegründerin der Zero Mercury Working Group, elena.lymberidi@eeb.org; Tel: +32 (0)2 289 1301, Mobil: +32 496 532818, www.zeromercury.org
Rico Euripidou, groundwork, Friends of the Earth S. Africa, rico@groundwork.org.za, Tel: +27 (0) 33 3425662, Mobil:+27 (0)835193008, www.groundwork.org.za
Über Quecksilber: Quecksilber ist beständig und kann in der Umwelt zu Methyl-Quecksilber umgewandelt werden, seiner giftigsten Variante, das sowohl die Plazenta als auch die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Es reichert sich im Körper von Menschen und Tieren an und erhöht seine Konzentration entlang der Nahrungskette. Besonders gefährlich ist Quecksilber für Schwangere und Kleinkinder, die kontaminierten Fisch verzehren.
Anmerkungen des Herausgebers:
[1] NGOs Brief an die WHO
http://www.zeromercury.org/UNEP_developments/091113_NGOs_Sign_on_letter_to_WHO_Dental.pdf
[2] Die Korrespondenz der WHO vom 22. Oktober 2009 stellt fest, dass die Regierungen der Welt im Februar 2009 einen Konsens erzielten über die Notwendigkeit eines weltweit verbindlichen Vertrages, Quecksilber signifikant zu reduzieren:
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“…Das Bewusstsein über die Umweltbelastung durch Quecksilber ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen und mehrere Länder und internationale Organisationen sind über das Quecksilber sehr besorgt. Darüber hinaus hat das United Nations Environment Program (UNEP) eine Initiative ins Leben gerufen, die Verseuchung der Umwelt durch Quecksilber zu vermeiden, was auch Folgen für die Verwendung von Quecksilber in Zahnfüllungen in den einzelnen Ländern hat. Laut WHO müssen Vorteile und Nachteile von Alternativen analysiert werden, um den Wissenstand zu aktualisieren und um den Ländern diesbezüglich Anweisungen zu geben. Absicht des Treffens ist, allgemein verbindliche Richtlinien und Strategien für die zukünftige Verwendung von Biomaterialen bereitzustellen. Die Herausforderungen für Länder mit hohem, mittlerem und niedrigem Einkommen sind unterschiedlich.“
Aus:
http://www.zeromercury.org/UNEP_developments/1-bender-let.pdf
http://www.zeromercury.org/UNEP_developments/Agenda-22oct09.pdf
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